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Liegenschaft kaufen: Ihr Weg zum Eigenheim oder zur

Liegenschaft kaufen: Ihr Weg zum Eigenheim oder zur

Die Vorbereitung: Was du wissen musst, bevor du suchst

Bevor du überhaupt anfängst, durch Immobilienportale zu scrollen und dich in Besichtigungsterminen zu verlieren, musst du eine solide Basis schaffen. Viele Leute machen den Fehler, sich sofort in die Suche zu verlieben. Sie sehen das schöne Bad oder den großen Garten und vergessen die harten Zahlen. Das rächt sich später. Wenn du dich grundsätzlich über den Immobilienkauf in Deutschland informieren willst, ist dieser Schritt essenziell.

Dein finanzielles Fundament prüfen

Das Wichtigste zuerst: Wie viel kannst und willst du dir leisten? Das ist keine Frage des Bauchgefühls, sondern der Fakten. Viele Käufer kalkulieren nur mit dem Kaufpreis. Aber eine Liegenschaft kostet mehr als nur das, was du an den Verkäufer zahlst. Du musst die sogenannten Kaufnebenkosten einkalkulieren. Diese Kosten fallen einmalig an und sind nicht verhandelbar.

Was gehört zu diesen Nebenkosten beim Immobilienkauf?

• Grunderwerbsteuer: Je nach Bundesland beträgt sie zwischen 3,5 % und 6,5 % des Kaufpreises. Das ist oft der größte Brocken.

• Notar- und Grundbuchkosten: Diese Kosten decken die Beurkundung des Kaufvertrages und die Eintragung im Grundbuch ab. Rechne hier mit etwa 1,5 % bis 2,0 % des Kaufpreises.

• Eventuelle Maklerprovision: Falls du einen Makler beauftragst oder der Verkäufer einen Makler hat, der dir dann auch vermittelt. Hier gibt es verschiedene Regelungen zur Teilung der Provision.

Wenn du diese Kosten zu deinem Wunschpreis addierst, erhältst du deine absolute Obergrenze. Erst dann sprichst du mit deiner Bank über eine Finanzierung. Kläre genau ab, welche Summe du als Eigenkapital einbringen kannst und welche monatliche Belastung für dich realistisch ist. Ein Finanzierungszertifikat von der Bank nimmt dir später viel Druck, wenn du schnell entscheiden musst.

Die Suchkriterien definieren: Was brauchst du wirklich?

Du kennst jetzt dein Budget. Jetzt legst du fest, was die Immobilie erfüllen muss. Sei hier ehrlich zu dir selbst. Es ist leicht, sich von großen Wohnträumen blenden zu lassen. Aber wenn du pendelst und jeden Tag zwei Stunden im Stau stehst, wird der Traum schnell zum Albtraum. Überlege dir genau, was unverzichtbar ist und wo du Kompromisse eingehen kannst.

Denke über folgende Punkte nach, wenn du deine Wunsch-Liegenschaft definierst:

• Lage, Lage, Lage: Was bedeutet das für dich? Gute Anbindung an den ÖPNV? Nähe zu Schulen oder Ärzten? Kurze Wege zum Supermarkt?

• Größe und Aufteilung: Brauchst du ein Home-Office? Wie viele Schlafzimmer? Ist der Schnitt der Räume praktisch für deinen Alltag?

• Zustand der Immobilie: Willst du sofort einziehen oder bist du handwerklich begabt und planst eine Sanierung? Eine sanierungsbedürftige Immobilie ist oft günstiger im Kaufpreis, aber teurer im Unterhalt, wenn du die Arbeit nicht selbst machen kannst.

Die Suche und Besichtigung: Den richtigen Riecher entwickeln

Sobald deine Hausaufgaben gemacht sind, geht es los mit der eigentlichen Suche. Du wirst viele Anzeigen sehen. Viele Immobilien versprechen mehr, als sie halten. Deine Aufgabe ist es, genau hinzuschauen, um Enttäuschungen zu vermeiden und die richtige Immobilie finden zu können.

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Der erste Blick auf die Unterlagen

Bevor du einen Besichtigungstermin vereinbarst, verlange wichtige Dokumente an. Das spart dir Zeit. Wenn der Verkäufer oder Makler sich weigert, wichtige Papiere herauszugeben, ist das ein erstes Warnsignal.

Was solltest du unbedingt anfordern?

• Energieausweis: Er zeigt dir, wie energieeffizient das Haus ist. Ein schlechter Wert bedeutet hohe Heizkosten.

• Grundbuchauszug: Hier siehst du, wer wirklich der Eigentümer ist und ob es Lasten wie Wegerechte oder Hypotheken gibt.

• Protokolle der Eigentümerversammlungen (bei Wohnungen): Hier erfährst du, welche großen Reparaturen geplant sind oder bereits beschlossen wurden. Das kann teuer für dich werden.

Die Besichtigung – mehr als nur Umschauen

Geh zu Besichtigungen immer mit einem kritischen Auge und notiere dir alles. Nimm am besten jemanden mit, der Ahnung von Bau oder Technik hat. Wenn das nicht geht, nimm Fotos und mache Notizen, um später nichts zu vergessen.

Achte auf folgende praktische Details, die oft übersehen werden, wenn man eine Wohnung oder Haus kaufen möchte:

• Feuchtigkeit und Schimmel: Riecht es muffig? Sind dunkle Flecken an den Wänden, besonders in Kellern oder hinter Möbeln?

• Fenster und Türen: Sind sie modern oder alt? Alte Fenster lassen viel Wärme entweichen.

• Dach und Fassade: Siehst du Risse oder Schäden? Das sind teure Sanierungspunkte.

• Die Umgebung: Wie ist die Lärmbelastung? Ist die Nachbarschaft gepflegt? Schaue dir die Umgebung bei Tag und bei Dunkelheit an.

Stelle gezielte Fragen: Wann wurde die Heizung zuletzt erneuert? Sind alle Reparaturen dokumentiert? Frage nach dem Grund des Verkaufs. Manchmal stecken Probleme dahinter, die man sofort erkennen muss.

Der Kaufprozess: Vom Angebot zur Unterschrift

Du hast deine Traumimmobilie gefunden. Jetzt beginnt die spannende, aber auch nervenaufreibende Phase des Verhandelns und des Vertragsabschlusses.

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Das realistische Angebot abgeben

Wenn du eine gute Grundlage hast und den Wert der Immobilie einschätzen kannst (durch Vergleichspreise in der Gegend), gib dein Angebot ab. Sei fair, aber bestimmt. Wenn der Verkäufer einen Preis aufruft, der deutlich über dem Marktwert liegt, sei bereit, diesen Unterschied durch Fakten zu begründen (z.B. notwendige Dachsanierung). Ein guter Verhandlungsspielraum entsteht oft, wenn der Verkäufer weiß, dass du die Finanzierung geklärt hast und schnell handeln kannst.

Die Finanzierung finalisieren und den Notar beauftragen

Sobald dein Angebot angenommen wurde, musst du zügig die finale Finanzierungszusage deiner Bank einholen. Den gesamten Prozess des Kaufs einer Bestandsimmobilie solltest du bereits vorab genau planen. Die Bank prüft die Unterlagen der Immobilie (Wertgutachten) erneut. Wenn alles passt, steht der Termin beim Notar an. In Deutschland ist die Anwesenheit eines Notars beim Kauf einer Liegenschaft zwingend erforderlich. Der Notar ist neutral und stellt sicher, dass beide Seiten den Vertrag verstehen.

Wichtig beim Notartermin: Lass dir Zeit. Du musst den Kaufvertrag in Ruhe lesen. Wenn du den Text erst kurz vorher bekommst, frage höflich, ob du ihn schon vorab zusenden lassen kannst, um ihn in Ruhe zu prüfen. Fragen kostet nichts, aber Unklarheiten im Vertrag können dich später sehr viel Geld kosten.

Im Vertrag werden alle Details festgehalten: Kaufpreis, Übergabetermin, die Regelung von übernommenen Möbeln (Inventar) und die Fälligkeit der Zahlung. Die Zahlung erfolgt meist erst, wenn der Verkäufer aus dem Grundbuch als Eigentümer ausgetragen und du als neuer Eigentümer eingetragen wirst (Auflassungsvormerkung).

Die Zeit nach dem Kauf

Herzlichen Glückwunsch, du hast deine eigene Liegenschaft erworben! Die Übergabe ist ein wichtiger Moment. Nimm bei der Schlüsselübergabe ein Übergabeprotokoll auf. Notiere den Zählerstand von Strom, Wasser und Heizung. So vermeidest du Streitigkeiten über den Verbrauch, der noch dem alten Eigentümer zuzurechnen ist.

Denke daran, dich bei allen Versorgern umzumelden und die Grundsteuer auf deinen Namen umzuschreiben. Der Weg ist das Ziel, und jeder dieser Schritte bringt dich deinem Ziel näher, dich in deinem neuen Zuhause wohlzufühlen.

häufig gestellte fragen

was tun, wenn die bank die finanzierung plötzlich ablehnt

Das ist ärgerlich, aber nicht das Ende der Welt. Prüfe zuerst, ob sich deine persönliche finanzielle Situation geändert hat oder ob die Bank neue Unterlagen benötigt. Manchmal hilft es, mit einem unabhängigen Finanzierungsvermittler zu sprechen, der andere Banken anfragen kann. Es gibt oft Wege, eine Finanzierung doch noch zu sichern.

lohnt sich eine immobilienbewertung durch einen experten

Ja, das lohnt sich fast immer, wenn du wirklich unsicher bist oder wenn es um ein älteres Haus geht. Ein Gutachter ermittelt den realistischen Marktwert der Immobilie. Das schützt dich davor, deutlich zu viel zu bezahlen, und es ist oft eine wichtige Grundlage für die Bank bei der Kreditvergabe.

wie lange dauert der gesamte prozess normalerweise

Der Prozess von der ersten Suche bis zum Schlüsselübergabe dauert oft zwischen drei und sechs Monaten. Die Suche und die Verhandlungen sind oft zeitintensiv. Danach braucht der Notartermin und die finale Bankabwicklung meistens noch einmal vier bis acht Wochen, bis alle Eintragungen im Grundbuch erledigt sind.