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Der reine Kaufpreis, den du auf den Immobilienportalen liest, ist oft nur der Anfang. Dieser Preis hängt stark von der Lage ab. Eine Wohnung in einer großen, gefragten Stadt kostet einfach mehr als das gleiche Quadratmeter im ländlichen Raum. Denk mal an Hamburg oder München im Vergleich zu einer Kleinstadt in Sachsen-Anhalt. Das ist der erste große Hebel.
Lage, Lage, Lage: Was macht den Preis aus?
Wenn du überlegst, wie viel eine Eigentumswohnung kosten wird, schau dir die Nachbarschaft genau an. Die Mikrolage ist entscheidend. Faktoren wie die Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln, gute Schulen und Einkaufsmöglichkeiten treiben den Preis nach oben. Eine Wohnung mit Balkon in Sonnenrichtung ist teurer als eine im Erdgeschoss ohne Außenbereich. Das ist einfach so. Sei dir bewusst, was dir wichtig ist, denn das bestimmt den Startpunkt deiner Suche und damit den Preis.
Zustand der Wohnung und des Hauses
Eine frisch sanierte Wohnung aus den 1990er Jahren kostet mehr als ein Altbau aus den 1920er Jahren, der noch keinen modernen Energiestandard hat. Hier musst du ehrlich zu dir sein. Kaufst du ein Zuhause, in das du sofort einziehen kannst, oder kaufst du eine Immobilie, bei der du weißt, dass bald größere Reparaturen anstehen?
• Neubau: Meist teurer im Kaufpreis, aber geringere Anfangsinstandhaltungskosten.
• Saniertes Bestandsgebäude: Mittleres Preissegment, oft gut gelegen.
• Sanierungsbedürftiger Altbau: Günstigerer Kaufpreis, aber hohe Kosten für die Modernisierung kommen später auf dich zu.
Das ist der Punkt, an dem viele Käufer überrascht sind. Neben dem eigentlichen Kaufpreis kommen die Nebenkosten dazu. Diese Kosten zahlst du fast immer aus Eigenkapital, da Banken sie selten mitfinanzieren. Wenn du wissen willst, wie viel deine Eigentumswohnung wirklich kostet, musst du diese Posten fest einplanen. Rechne grob mit 8 % bis 15 % des Kaufpreises zusätzlich.
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Nützliche Quellen
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Die Grunderwerbsteuer
Jedes Bundesland hat unterschiedliche Sätze für die Grunderwerbsteuer. In manchen Regionen zahlst du 3,5 %, in anderen sind es bis zu 6,5 %. Wenn du eine Wohnung für 300.000 Euro kaufst, können das je nach Bundesland schnell 9.750 Euro oder über 19.000 Euro zusätzlich sein. Informiere dich genau über den Satz in dem Bundesland, in dem du kaufen möchtest. Das ist eine unvermeidbare Ausgabe beim Erwerb deiner Immobilie.
Notar und Grundbuch
Der Kaufvertrag muss notariell beurkundet werden. Das schützt dich und den Verkäufer. Kosten hierfür liegen meistens zwischen 1 % und 1,5 % des Kaufpreises. Auch die Eintragung ins Grundbuch kostet Geld. Das ist die offizielle Bestätigung, dass du die neue Eigentümerin oder der neue Eigentümer bist. Diese Kosten sind fair, denn sie sorgen für Rechtssicherheit.
Maklerprovision (Courtage)
Wenn ein Makler beim Kauf beteiligt war, fällt eine Provision an. Seit einigen Jahren teilen sich Käufer und Verkäufer diese Kosten oft. Trotzdem kann das für dich als Käufer noch 2 % bis 3,57 % des Kaufpreises bedeuten. Wenn du direkt vom Bauträger kaufst, fällt diese Gebühr oft weg, aber dafür ist der Preis oft schon höher kalkuliert.
Selbst wenn du den Großteil des Kaufpreises gespart hast, wirst du wahrscheinlich einen Kredit benötigen, um die Wohnung zu finanzieren. Die monatliche Rate setzt sich aus Zins und Tilgung zusammen. Hier spielt die aktuelle Zinsentwicklung eine riesige Rolle, wenn du die Gesamtkosten deiner Eigentumswohnung berechnen willst.
Die Rolle der Eigenkapitalquote
Je mehr Eigenkapital du einbringen kannst, desto niedriger wird dein Kreditbetrag und damit deine monatliche Belastung. Wenn du nur den Kaufpreis, aber keine Nebenkosten finanzieren musst, bekommst du oft bessere Zinsen. Wenn du wissen möchtest, wie hoch deine monatliche Belastung ist, musst du diese Zinsunterschiede genau kennen.
Die monatlichen Verwaltungskosten: Nicht vergessen!
Sobald du Eigentümer einer Wohnung in einer Mehrparteienanlage bist, gehörst du zur Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG). Das bedeutet monatliche Kosten, die oft übersehen werden, wenn man nur den Kaufpreis betrachtet. Diese Kosten sind essenziell für die langfristige Werterhaltung deines Besitzes.
• Hausgeld: Das ist die monatliche Vorauszahlung für alle laufenden Kosten wie Müllabfuhr, Hausmeister, Versicherungen und Grundsteuer.
• Instandhaltungsrücklage: Ein Teil des Hausgeldes fließt in einen Topf für zukünftige, größere Reparaturen (neues Dach, Fassadensanierung).
Diese Kosten fallen zusätzlich zu deiner Kreditrate an. Eine Wohnung für 400.000 Euro mag erschwinglich klingen, aber wenn das Hausgeld 450 Euro im Monat beträgt, musst du das in deine Lebenshaltungskosten einrechnen. Bei älteren Häusern sind diese Rücklagen oft niedriger, was später zu hohen Sonderumlagen führen kann, wenn plötzlich eine große Reparatur ansteht.
Du brauchst eine konkrete Methode, um nicht nur von den Schlagzeilen verunsichert zu werden. Hier ist ein Fahrplan, wie du die tatsächlichen Kosten deiner Eigentumswohnung realistisch einschätzen kannst.
Schritt 1: Die Preisspanne festlegen
Definiere, wie viel die Wohnung selbst kosten darf. Sei dabei realistisch, was dein Einkommen und dein Eigenkapital hergeben. Lass dich von einem unabhängigen Finanzierungsberater durchrechnen, wie viel Kredit du maximal bekommen kannst. Ignoriere erst einmal die Nebenkosten, um eine klare Basis zu haben.
Schritt 2: Die Nebenkosten berechnen
Nimm den angenommenen Kaufpreis und addiere die Nebenkosten. Nutze dafür die folgenden Faustregeln:
• Grunderwerbsteuer: Prüfe deinen Satz (3,5 % bis 6,5 %).
• Notar/Gerichtskosten: Rechne pauschal mit 1,5 % des Kaufpreises.
• Maklerprovision: Rechne mit der vereinbarten Quote (oft 2 % bis 3,57 %).
Wenn der Kaufpreis 350.000 Euro beträgt und du 10 % Nebenkosten hast, brauchst du 35.000 Euro zusätzlich als Eigenkapital. Das ist der Betrag, den du beim Gesamtpreis draufschlagen musst.
Schritt 3: Die laufenden Kosten kalkulieren
Wenn du eine konkrete Wohnung ins Auge fasst, frage gezielt nach dem aktuellen Hausgeld und wie hoch die Instandhaltungsrücklage pro Quadratmeter ist. Lass dir die letzten Wirtschaftspläne der WEG zeigen. Das gibt dir Aufschluss darüber, ob bald große Sanierungen anstehen. Rechne diese laufenden Kosten zu deiner voraussichtlichen Kreditrate hinzu. Was bleibt dir dann netto zum Leben?
Manchmal kostet eine Eigentumswohnung, die schon lange auf dem Markt ist, weniger, weil der Verkäufer unter Druck steht. Du musst den Markt beobachten. Wenn du weißt, wie viel eine vergleichbare Wohnung in deiner Wunschgegend kürzlich verkauft wurde, hast du eine starke Verhandlungsposition. Dein Ziel ist es, den Preis zu drücken, um die hohen Nebenkosten auszugleichen. Sei bereit, Verhandlungsspielraum einzuplanen, besonders wenn die Wohnung kleinere Mängel aufweist, die du selbst beheben kannst.
was bedeutet eigentlich der wert eines gutachtens?
Ein Wertgutachten wird von einem unabhängigen Sachverständigen erstellt. Es schätzt den realistischen Marktwert der Immobilie ein. Banken nutzen es, um zu prüfen, ob der Preis, den du zahlen willst, auch der tatsächliche Wert ist. Es schützt dich davor, zu viel zu bezahlen und ist ein wichtiges Werkzeug bei der Kreditvergabe.
muss ich die nebenspesen immer aus eigener tasche zahlen?
In den allermeisten Fällen ja. Banken finanzieren in der Regel nur den reinen Kaufpreis der Wohnung. Die Kaufnebenkosten – Grunderwerbsteuer, Notar und Makler – musst du als Eigenkapital mitbringen. Deshalb ist es wichtig, dass du diese Kosten nicht unterschätzt und gespart hast.
wie finde ich heraus, ob das haus viel geld sparen muss?
Du musst Einsicht in die Protokolle der Eigentümerversammlungen der letzten Jahre nehmen. Dort werden Beschlüsse über große Sanierungen und die Höhe der Instandhaltungsrücklage dokumentiert. Wenn die Rücklagen sehr niedrig sind, aber das Dach älter als 20 Jahre ist, musst du mit einer hohen Sonderzahlung rechnen, sobald die Eigentümergemeinschaft entscheidet, es zu machen.