Informationen zu Bau, Immobilien und Wohnungsmarkt.

Viele Menschen starten ihre Suche, indem sie sich sofort alle Exposés im Internet anschauen. Das ist verständlich, aber oft führt es zu Frustration. Denn wenn du nicht weißt, was dein absolutes Minimum ist, verlierst du dich schnell in schönen, aber unrealistischen Angeboten. Bevor du dich in die Materie stürzt, musst du wissen, was deine Prioritäten sind.
Deine Bedürfnisse klar definieren
Nimm dir einen Zettel oder öffne ein leeres Dokument. Schreibe alles auf, was dir wichtig ist. Das ist deine Wunschliste. Sei dabei ehrlich zu dir selbst. Brauchst du drei Schlafzimmer oder reichen zwei? Wie wichtig ist dir der Balkon? Was ist mit der Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, falls du den öffentlichen Nahverkehr nutzt? Diese Liste unterteilst du am besten in zwei Bereiche: Muss-Kriterien und Kann-Kriterien.
• Muss-Kriterien: Das sind die Dinge, die ein „Deal-Breaker“ sind. Zum Beispiel: Maximal 30 Minuten Arbeitsweg, Erdgeschoss wegen Rückenproblemen, oder eine gewisse Mindestgröße der Küche.
• Kann-Kriterien: Das sind die netten Extras. Zum Beispiel: Ein Gäste-WC, ein eigener Stellplatz in der Tiefgarage oder eine hochwertige Einbauküche.
Wenn du später eine Wohnung findest, die alle Muss-Kriterien erfüllt, aber nur die Hälfte der Kann-Kriterien, weißt du, dass sie grundsätzlich passt.
VIDEO: Eigentumswohnung kaufen Tipps fr Einsteiger (2025)
Die Finanzielle Basis schaffen
Das ist oft der schwierigste Teil, wenn man eine Wohnung kaufen möchte: das liebe Geld. Du brauchst eine klare Vorstellung davon, wie viel du dir maximal leisten kannst. Viele denken, es reicht, wenn sie wissen, wie viel Kredit sie bei der Bank bekommen. Aber das ist nur die halbe Miete. Du musst auch die Kaufnebenkosten einkalkulieren. Diese Kosten sind nicht verhandelbar und kommen zusätzlich zum Kaufpreis hinzu.
Rechne grob mit 10 % bis 15 % des Kaufpreises für Nebenkosten. Dazu gehören die Grunderwerbsteuer (die Höhe ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich), die Notarkosten und die Maklerprovision. Wenn eine Wohnung 400.000 Euro kostet, brauchst du zusätzlich vielleicht 50.000 Euro Eigenkapital für die Nebenkosten und einen Teil des Kaufpreises. Das ist der Punkt, wo viele Käufer ins Stocken geraten, wenn sie noch keine Ersparnisse haben.
Bevor du ernsthaft mit Maklern sprichst oder Besichtigungen machst, solltest du deine Finanzierungszusage in der Tasche haben. Das macht dich auf dem angespannten Wohnungsmarkt attraktiver. Warum? Weil Verkäufer wissen wollen, dass der Interessent auch wirklich kaufen kann und nicht nur träumt.
Das Gespräch mit der Bank oder dem Finanzberater
Geh nicht nur zu deiner Hausbank. Vergleiche die Angebote. Ein unabhängiger Finanzberater kann dir helfen, das beste Darlehen für deine Situation zu finden. Beim Gespräch klärt ihr folgende Punkte:
• Wie hoch ist dein maximales Budget? Das beinhaltet den Kaufpreis plus Nebenkosten.
• Wie viel Eigenkapital bringst du ein? Je mehr Eigenkapital, desto besser sind oft die Zinsen.
• Welche monatliche Rate kannst du langfristig bequem bedienen? Vergiss nicht, dass sich dein Leben ändern kann.
Wenn du eine Finanzierungsbestätigung hast – also ein Schreiben, das bestätigt, dass die Bank dir bis zu einem bestimmten Betrag leiht – dann hast du eine starke Verhandlungsposition, wenn du deine Traumwohnung gefunden hast.
Die Zeit, in der man nur in Zeitungen geschaut hat, ist vorbei. Heute ist das Internet dein Hauptwerkzeug, wenn du eine Wohnung kaufen willst. Wertvolle Tipps zum Hauskauf findest du ebenfalls online. Aber es gibt auch andere Wege, die oft übersehen werden.
Online-Portale nutzen
Plattformen für Immobilien sind der erste Anlaufpunkt. Richte dir dort Suchagenten ein. Das bedeutet, du hinterlegst deine Kriterien (Preisspanne, Größe, Lage) und wirst sofort informiert, wenn etwas Neues online geht. Die besten Objekte sind oft innerhalb weniger Stunden vergeben. Sei also schnell und schaue regelmäßig nach neuen Einträgen.
Achte darauf, die Suchbegriffe breit zu fassen. Wenn du nur nach „Altbauwohnung mit Balkon“ suchst, übersiehst du vielleicht eine tolle „3-Zimmer-Wohnung mit Sonnendeck“.
Relevante Artikel
Gehe tiefer auf Wohnung kaufen: Ihr Weg zum Eigenheim in Deutschland ein mit dieser informativen Auswahl.
• Baufinanzierung: Ihr Weg ins Eigenheim | Deutsche Bank
Lokale Netzwerke aktivieren
Viele gute Objekte werden gar nicht erst groß beworben. Sie laufen über Empfehlungen. Erzähle jedem, dass du auf der Suche bist: deinem Bäcker, dem Kollegen, der Nachbarin. Wenn du weißt, dass in einem bestimmten Viertel gebaut wird oder jemand auswandern möchte, frag direkt nach. Das sind die sogenannten „stillen Märkte“.
Wenn du gezielt nach einer Wohnung in einem bestimmten Stadtteil suchst, kannst du auch lokale Makler direkt kontaktieren. Sie wissen oft früher Bescheid, was auf den Markt kommt.
Du hast eine spannende Wohnung gefunden und einen Besichtigungstermin bekommen. Jetzt geht es darum, nicht nur vom schönen Parkett geblendet zu werden. Du musst kritisch prüfen, ob diese Wohnung wirklich dein Zuhause für die nächsten Jahre wird. Denn wenn du etwas übersiehst, kann das später richtig teuer werden.
Checkliste für die Besichtigung
Gehe nicht allein zur Besichtigung, wenn es möglich ist. Eine zweite Meinung hilft enorm. Konzentriere dich bei der Besichtigung auf die Bausubstanz und die Details, die später viel Geld kosten, wenn sie repariert werden müssen.
• Licht und Lärm: Wie ist die Sonneneinstrahlung am Nachmittag? Wie laut ist es von der Straße oder vom Nachbarhaus? Steht eine große Baustelle in der Nähe?
• Feuchtigkeit und Schimmel: Riecht es muffig? Suche nach dunklen Flecken hinter Möbeln oder an den Fensterrahmen. Gerade in älteren Gebäuden ist dies ein wichtiger Punkt.
• Fenster und Heizung: Wann wurden die Fenster zuletzt erneuert? Alte Fenster bedeuten hohe Heizkosten. Funktionieren alle Heizkörper auf einmal?
• Unterlagen prüfen (wenn möglich): Frage nach den letzten Nebenkostenabrechnungen. Stimmt die Angabe des Verkäufers mit den tatsächlichen Kosten überein? Wenn es eine Eigentümergemeinschaft gibt: Wie hoch ist die Instandhaltungsrücklage? Eine geringe Rücklage kann bedeuten, dass bald große Reparaturen anstehen, für die du als neuer Eigentümer mitzahlen musst.
Nimm Fotos auf und mache dir Notizen direkt nach der Besichtigung. War die Immobilie renovierungsbedürftig, aber der Preis passt dafür? Oder ist der Zustand gut, der Preis aber zu hoch angesetzt?
Wenn du dich entschieden hast, dass diese Wohnung deine ist, beginnt die Verhandlung. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, besonders wenn viele Interessenten da sind. Du musst wissen, was die Wohnung wirklich wert ist.
Marktwert ermitteln
Vergleiche die angebotene Wohnung mit ähnlichen Objekten in derselben Straße oder im selben Viertel. Was wurden dort kürzlich aufgerufen? Immobilienportale zeigen manchmal Vergleichspreise an. Wenn du eine detaillierte Wertanalyse möchtest, kannst du einen unabhängigen Gutachter beauftragen. Das kostet zwar etwas, gibt dir aber eine sichere Basis für dein Angebot.
Biete niemals sofort deinen Höchstpreis. Beginne etwas darunter, aber sei realistisch. Wenn der Verkäufer merkt, dass du dich mit dem lokalen Immobilienmarkt auskennst und eine Finanzierungszusage hast, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er dein Angebot ernst nimmt.
Die Suche nach der passenden Eigentumswohnung zum Kaufen ist dabei der erste Schritt. Wenn sich Käufer und Verkäufer preislich einig sind, folgt der wichtigste Schritt: der Notartermin. In Deutschland muss jeder Immobilienkauf notariell beurkundet werden. Das schützt dich als Käufer.
Lass dir den Kaufvertragsentwurf unbedingt vorab zusenden. Du hast gesetzlich das Recht, diesen Entwurf mindestens 14 Tage vor der Beurkundung zu erhalten. Lies ihn in Ruhe durch. Wenn du ihn nicht verstehst, frag deinen Notar. Der Notar ist neutral und muss dir alle Punkte erklären. Lass dir nichts überstürzen. Prüfe Details wie die Übergabezeitpunkte, die Zahlungstermine und die Regelungen zur Übergabe von Schlüsseln und Nebenkostenabrechnungen genau.
Erst wenn du den Vertrag verstehst und dich sicher fühlst, gehst du zur Unterschrift. Mit dieser Unterschrift gehört die Wohnung (oder zumindest der Anspruch darauf) bald dir.
wie lange dauert die wohnungssuche normalerweise
Die Dauer ist extrem unterschiedlich und hängt stark von deinem Budget und der Lage ab. In sehr gefragten Städten kann die Suche nach der passenden Wohnung zum Wunschpreis sechs Monate oder länger dauern. Sei geduldig, aber bleib aktiv bei der Recherche und reagiere schnell auf neue Angebote.
sollte ich beim kauf immer eigenkapital haben
Experten raten dringend dazu, zumindest die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital zu decken. Wenn du keine Nebenkosten aus Eigenkapital bezahlen kannst, wird es sehr schwer, eine gute Finanzierung zu bekommen. Die Banken sehen das Risiko höher und verlangen oft einen höheren Zinssatz.
was mache ich, wenn ich mich bei der besichtigung nicht traue, kritische fragen zu stellen
Das ist völlig normal, aber wichtig für dich. Übe vorher ein paar Standardfragen, etwa zu Mängeln oder zur Höhe der Instandhaltungsrücklage. Du kannst auch sagen: „Ich interessiere mich sehr für die Immobilie und möchte sichergehen, dass ich alles richtig einschätze. Könnten Sie mir bitte die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen zeigen?“ Das wirkt professionell und nicht fordernd.