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Bevor du überhaupt die erste Besichtigung wahrnimmst, musst du wissen, was du suchst und was du dir leisten kannst. Viele Träume platzen an unrealistischen Erwartungen oder mangelnder Vorbereitung. Wenn du ein Haus mieten möchtest, spielst du in einer anderen Liga als beim Wohnungsmieten. Häuser sind seltener, oft teurer und die Nachfrage ist riesig.
Budget festlegen: Was kostet ein Haus wirklich?
Die Miete für ein Haus setzt sich selten nur aus dem Kaltpreis zusammen. Du brauchst eine klare Vorstellung von deinen monatlichen Fixkosten. Rechne immer realistisch. Als Faustregel gilt: Deine warmen Mietkosten sollten nicht mehr als ein Drittel deines Nettoeinkommens ausmachen. Beim Haus kommt noch viel mehr dazu.
• Kaltmiete: Der reine Preis für die Nutzung des Hauses.
• Nebenkosten (Betriebskosten): Das sind Kosten für Wasser, Müllabfuhr, Grundsteuer, Versicherungen des Vermieters. Diese musst du als Vorauszahlung leisten und einmal jährlich wird abgerechnet.
• Heizkosten: Bei einem Haus sind diese oft höher als in einer Wohnung. Frag unbedingt nach, wie geheizt wird (Gas, Öl, Wärmepumpe) und wie hoch die Kosten im letzten Jahr waren.
• Zusätzliche Hauskosten: Wer kümmert sich um den Garten? Wer zahlt für den Schornsteinfeger? Das steht oft im Mietvertrag.
Deine Suchstrategie: Wo stehen die Angebote?
Verlasse dich nicht nur auf die großen, bekannten Immobilienportale. Wenn du gezielt ein freistehendes Haus oder ein Reihenhaus mieten willst, musst du breit suchen.
• Online-Portale: Nutze alle großen Plattformen. Stelle Suchagenten ein, die dich sofort benachrichtigen, wenn etwas Neues online geht. Sei schnell!
• Lokale Zeitungen: Besonders in ländlicheren Regionen oder kleineren Städten inserieren Vermieter noch oft in der lokalen Printausgabe.
• Netzwerk aktivieren: Erzähle jedem, den du kennst, dass du ein Haus suchst. Oft bekommen Makler oder private Vermieter Mundpropaganda-Tipps, bevor sie die Anzeige überhaupt schalten.
• Direkte Ansprache: Schaue in den gewünschten Stadtteilen nach „Zu vermieten“-Schildern. Manchmal hängen diese nur am Zaun und werden nie online gestellt.
Du hast dein Traumhaus entdeckt und der Makler oder Vermieter lädt dich zur Besichtigung ein. Super! Jetzt zählt jeder Tag, denn oft entscheiden sich Vermieter innerhalb von 24 Stunden. Deine Bewerbungsunterlagen müssen perfekt sein. Sie sind deine Visitenkarte.
VIDEO: DANN lohnt sich Mieten mehr als Kaufen (25er-Regel)
Empfohlene Lektüre
Unverzichtbare Lesestücke zu Haus mieten in Deutschland: Angebote und Tipps findest du hier.
• Wohnung mieten GWG Angebote & Besichtigungstipps
• Haus mieten: Angebote & Tipps für Hausmieter | Wohnglück.de
Diese Dokumente brauchst du immer griffbereit
Stelle eine Mappe zusammen – digital und ausgedruckt. Wenn du dich bewirbst, sendest du diese Unterlagen direkt nach der Besichtigung oder auf Nachfrage.
• Selbstauskunftsbogen: Den füllt du direkt vor Ort aus oder lädst ihn vorher herunter. Hier stehen Infos zu deinem Beruf, Einkommen und ob du Haustiere hast.
• Einkommensnachweise: Die letzten drei aktuellen Gehaltsnachweise. Bei Selbstständigen ist das komplizierter; dann brauchst du eine aktuelle BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) oder eine Bestätigung vom Steuerberater.
• Schufa-Auskunft: Das ist der wichtigste Punkt für viele Vermieter. Du brauchst eine aktuelle Auskunft (nicht älter als drei Monate). Bestelle sie rechtzeitig online, das dauert einige Tage.
• Mietschuldenfreiheitsbescheinigung: Eine Bestätigung deines aktuellen Vermieters, dass du alle Mieten pünktlich gezahlt hast. Wenn du gerade umziehst, hol dir diese vom Vormieter oder Hausverwaltung.
• Kopie des Personalausweises: Vorder- und Rückseite.
Sei ehrlich in der Selbstauskunft. Wenn du zwei Hunde hast und das Haus eigentlich nur für Katzen geeignet ist, sprich es an. Eine spätere böse Überraschung führt nur zu Ärger und Kündigung.
Du stehst vor dem Haus. Es riecht vielleicht nach Holz, Garten oder alten Teppichen. Jetzt musst du Interesse zeigen, aber nicht verzweifelt wirken. Deine Haltung ist entscheidend, wenn du ein Haus in einer begehrten Gegend mieten möchtest.
Stelle die richtigen Fragen
Vermieter wollen Mieter, die sich kümmern und keine Probleme machen. Zeige Weitblick, indem du Fragen stellst, die dein Verantwortungsbewusstsein unterstreichen.
• Heizung und Energieeffizienz: „Wie alt ist die Heizungsanlage?“ oder „Wurde das Haus energetisch saniert?“. Das zeigt, dass du langfristig denkst und keine exorbitanten Heizkosten erwartest.
• Garten und Instandhaltung: „Ist die Gartenpflege in der Miete enthalten, oder muss ich mich selbst darum kümmern?“ Wenn du wenig Zeit hast, musst du das wissen.
• Haustiere: Sei direkt, wenn du Haustiere hast. Frage konkret, welche Tiere erlaubt sind.
• Mängel und Reparaturen: „Gab es in letzter Zeit größere Reparaturen?“ und „Wie wird mit Reparaturwünschen umgegangen?“.
Sei pünktlich, kleide dich ordentlich (sauber und gepflegt, keine Anzugpflicht, aber auch keine Jogginghose) und lächle. Merke dir die Namen der anwesenden Personen.
Du hast die Zusage! Herzlichen Glückwunsch. Jetzt kommt der juristische Teil. Nimm dir Zeit für den Mietvertrag. Wenn er sehr lang ist, ist das normal bei Häusern, da oft mehr individuelle Regelungen getroffen werden müssen (z.B. Gartenanteile, Nebengebäude). Lies alles genau durch.
Wichtige Klauseln beim Hausmietvertrag
Gerade beim Hausmieten gibt es oft Regelungen, die bei Wohnungen seltener sind. Achte besonders auf diese Punkte:
• Kaution: Maximal drei Nettokaltmieten. Frag nach, wie diese angelegt wird (Mietkautionskonto).
• Staffelmiete oder Indexmiete: Steht hier drin, dass die Miete automatisch nach oben geht? Eine Staffelmiete legt feste Erhöhungsschritte fest. Die Indexmiete orientiert sich am Verbraucherpreisindex. Das musst du verstehen, bevor du unterschreibst.
• Schönheitsreparaturen: Wer streicht Wände beim Auszug? Starre, starre Klauseln sind oft unwirksam. Wenn du einen sehr alten Vertrag hast, kann es sein, dass du gar nichts machen musst, wenn die Wände beim Einzug schon renoviert werden mussten. Lass dir das erklären, wenn du unsicher bist.
• Kleinreparaturklausel: Diese regelt, welche kleinen Reparaturen du selbst zahlen musst (z.B. Lichtschalter wechseln). Achte auf eine Obergrenze pro Reparatur und eine jährliche Gesamtsumme.
Wenn du dir unsicher bist, nimm den Vertrag mit nach Hause und lies ihn in Ruhe durch. Du hast ein Recht darauf. Besser einmal zu viel nachfragen als später Probleme haben. Wenn es ein Maklervertrag ist, achte darauf, dass du nur zahlst, wenn der Vermieter den Vertrag auch unterschreibt (Bestellerprinzip).
Der Tag der Schlüsselübergabe ist aufregend. Aber vermeide den Fehler, einfach nur schnell die Schlüssel zu nehmen und loszulegen. Das Übergabeprotokoll ist dein wichtigster Schutzschild beim späteren Auszug.
• Termin planen: Vereinbare die Übergabe, wenn du Zeit hast, und nimm idealerweise eine technisch versierte Person mit.
• Zählerstände notieren: Schreibe die aktuellen Zählerstände für Strom, Wasser und Gas ab. Mach Fotos davon. Das ist wichtig für deinen neuen Vertrag mit dem Energieversorger.
• Mängel dokumentieren: Gehe Raum für Raum durch. Schreibe jeden Kratzer im Parkett, jeden Fleck auf der Tapete und jede Fehlfunktion der Heizung ins Übergabeprotokoll.
• Beweisfotos: Fotografiere alles, insbesondere die vermerkten Mängel, aus verschiedenen Winkeln und datiere die Bilder. Das verhindert spätere Streitigkeiten über Schäden, die du nicht verursacht hast.
Unterzeichne das Protokoll erst, wenn du wirklich sicher bist, dass alles erfasst wurde. Gib dem Vermieter oder Makler eine Kopie, die er unterschreiben muss.
wie lange dauert es, ein haus in deutschland zu mieten?
Die Dauer hängt stark von deinem Suchgebiet und deiner Flexibilität ab. In Großstädten kann die Suche leicht sechs Monate dauern. Wenn du flexibel bist und bereit, aufs Land zu ziehen, kann es schneller gehen. Die eigentliche Abwicklung nach der Zusage (Vertragsprüfung, Kaution) dauert meist zwei bis vier Wochen.
ist es teurer, ein haus als eine wohnung zu mieten?
Ja, fast immer. Häuser bieten mehr Wohnfläche, oft einen Garten und mehr Privatsphäre. Dafür zahlst du mehr Miete und hast höhere Nebenkosten, besonders für Heizung und eventuell Gartenpflege. Die Quadratmeterpreise können aber in Randlagen niedriger sein als im Stadtzentrum.
brauche ich einen makler, um ein haus zu mieten?
Nicht zwingend, aber oft ist es hilfreich. Wenn du einen Makler beauftragst, der für dich sucht, sparst du Zeit. Seit einigen Jahren gilt aber meist: Wer den Makler beauftragt, zahlt ihn auch (Bestellerprinzip). Wenn der Vermieter den Makler beauftragt hat, ist der Service für dich meist kostenlos.